Als ich heute Morgen im Bad war, randalierte irgendwas auf der Terrasse. Hab das erstmal wieder erfolgreich verdrängt (momentan ist ja eigentlich niemand draußen unterwegs, der randalieren könnte). Auf dem Rückweg vom Hühnerknast sah ich dann Bewegung im Ministall, wobei „Bewegung“ untertrieben war, es ging eher rund im wahrsten Sinn des Wortes.

Im Volierenteil des Ministalls randalierte ein angepißter Turmfalke.

(an dieser Stelle erwarte ich lobende Worte dafür, daß ich ihn gleich befreit habe, ohne erst noch eine Fotosession zu starten)

Die Tür vom Ställchen hatte ich kurz vor der Vogelgrippenhysterie aufgemacht, als mich das Goldiehuhn mit hartnäckiger Dämlichkeit dermaßen zur Weißglut gebracht hatte, daß ich sie mit den Worten „das kleine Ställchen ist offen, Du kennst Dich hier ja aus“ über Nacht ihrem Schicksal überlassen hatte. Goldiehuhn hatte die Nacht -wie erwartet- erfolgreich überlebt und tigerte morgens mit „wie konnte das nur passieren?!!“-Gezeter durch den Garten (wie das passieren kann, ist ganz einfach: man muß nur beim abendlichen Einsperren, wenn der Obervogel noch einen Termin hat, direkt auf der Türschwelle wieder abdrehen und hysterisch durchs Gebüsch flitzen. Nach dem dritten Angebot zur Indoorübernachtung hat man automatisch den Abenteuertarif gebucht). Da sich keiner für das Ställchen interessierte, geriet das offene Türchen in Vergessenheit.

Ich räumte davorstehende Gitter weg, Genosse Turmfalke hat zwischenzeitlich mit seinem Wutgehüpfe die komplette Einstreu auf die Seite gefegt, und als ich mich so positionierte, daß er auf der Flucht vor mir die Tür findet (in Sachen Koordination war er ähnlich unpfiffig wie eine Wespe hinterm gekippten Fenster), zischte ein nicht näher erkennbarer Singvogel mit triumphierenden „tsii!“ aus dem Ställchen – er hatte wohl im Obergeschoss campiert.

Jetzt habe ich auch einen begründeten Verdacht, wie Genosse Falke da reingeraten ist 😀 .