Die Grenze zwischen Pessimismus und Wahrsagerei ist offenbar fließend.

Das schöne Wetter ist vorbei, morgen sitzt laut Vorhersage niemand im Garten, also bastelte ich aus strategisch geparktem Auto, ein paar Mülltonnen und Brettern ein Gockelleitsystem.

Aus dem Keller kamen skeptische Geräusche, ab und zu sah ich ein paar Schwanzfedern, immer da, wo ich sie grade nicht vermutete.

Garagentür aufgemacht, Bruce dackelt prompt stattdessen rüber ins Lager (er hatte zwar mittags hinter der Tür auf den Postboten gelauert, aber am Briefkasten hing ein Warnzettel und nachmittags waren die Pakete weg, eins für mich angekommen und Bruce auch noch da). Also da auch Tür aufgemacht, versprochen, daß ich auch nicht zu nahe komme, und tatsächlich stelzte er vorsichtig raus.

Mit einmal höflicher Aufforderung bog er ab Richtung Treppe – Hurra!

Läuft ja bestens.

Drei Schritte vor der zwecks leichterer Entscheidungsfindung abgestellten Futterschüssel (er weiß ja nicht, daß hinter der Hausecke wieder die bekannte Welt anfängt) hopst das blöde Vieh ohne jeden Grund auf die Schaltafel, hechtet auf die Straße, punktgenau vor den großen GLS-Transporter, dann erstmal nur Hörspiel mit hysterischem Gezeter (zum ersten Mal in seinem Leben halbwegs berechtigt), dann kommt er mit wehenden Röcken und zum Glück noch vollständig angeschossen, fliegt über die Absperrung, aktueller Stand: siehe Bild 1.

Und ich bin natürlich schuld an seinem Ungemach.

Seufz.

Vielleicht sollte ich nochmal einen Riesenkescher in meinem Fundus aufnehmen.

Aber damit hat er sich für ein Attentat im Schlaf qualifiziert, wegen nichtvorhandener Teamfähigkeit.