Nach dem Attentat auf die gemeine Milbe ist Flederli deutlich gesprächiger.

Sein Standardtext ist eigentlich „ey?“, jetzt höre ich auf einmal klar und deutlich ein von Sherlock übernommenes „Ja“.

„Ja? Du kannst ja sagen?“

„Hehehe“ sagt er und grinst mich frech an.

(der letzte Tierarztbesuch verlief deutlich streßfreier – Flederli kam freundlicherweise am Abend vorher auf die Idee, in einen der Transportkäfige reinzuklettern. Ich nutzte die Gunst der Stunde, Sherlock wurde dann dezent genötigt, da die große Voliere zu und sein kompletter Hausrat in den kleinen Käfig umgezogen war. So war ich schonmal nicht in der Rolle des gemeinen Vogelfängers, der nachts schlafende Sittiche überfällt. Vom Tierarztbesuch waren sie natürlich weniger begeistert, aber eine Runde Schaulustigen auf dem REWE-Parkplatz hat sie dann hinreichend entschädigt.

Die Vogelklinik Gießen hat zwar auf Facebook bißchen geweint, weil ich einfach mal so ohne Doc eine Diagnose gestellt habe, aber der Erfolg gibt mir Recht: beide Geier fliegen mehr und schneller, die Kriminalitätsrate ist wieder auf Ziegensittich-typischem Niveau, und sie geistern fröhlich auf Erkundungstour durch die Küche, statt noch mehr Schlafpausen zu machen als ich)