Einfangen und umverpacken ging einfacher als gedacht, wobei Profi Sherlock vorsichtshalber den Parkplatz gewechselt hatte und am Gitter klemmte. Zumindest waren sie heute morgen nicht so vorwurfsvoll wie befürchtet, es herrschte eher kollektive Ratlosigkeit.

Hatte sie dann am Fenster geparkt, wo sie schaulustigen konnten, was gegenüber auf dem Parkplatz so los ist.

Auf der Fahrt dann helle Aufregung, und beim Tierarzt war es weitgehend so, wie ich es erwartet hatte. Das arme Flederli fürchtet um sein Leben und wehrt sich nach Leibeskräften, wir brauchten 3 Mann, um einen Sittich zu bändigen.

Sherlock zog alle Register, außer Ausweichen und Senkrechtstart beherrscht er auch noch den Programmpunkt „fallen lassen“. Mit dem Kescher kalkuliere ich das oft schon ein, dann plumpst die flüchtige Mandarine ins Netz und ist angemessen erbost. Die Tierärzte fangen Vögel ja mit Handtuch – oder auch nicht, in diesem Fall.

Irgendwann hatte er dann doch verloren, konnte das aber nicht auf sich sitzen lassen und hat sich als letzte Maßnahme mit Schnabel und Füßchen ans Gitter gekrallt. Ich war dann mit Abmontieren beschäftigt.

Sie haben zwar hinterher noch paar Geschenke bekommen, aber momentan ist kollektives Schmollen angesagt und ich bin nicht erwünscht. Zumindest für´s Teambuilding war die Sache nicht schlecht, Flederli darf ohne Anschiß mit in der großen Voliere sitzen.

Und jetzt muß ich mal schauen, ob ich bei Youtube den Film mit dem Plumplori und „dann er hasst mich!“ finde, das war nämlich eine ähnliche Thematik, nur daß das Opfer riesengroße Kulleraugen hatte.