..frage ich mich schon öfters während der Flüchtlingskrise.

Einerseits handelt ein Huhn nach meiner Beobachtung meistens zielgerichteter als ein deutscher Politiker, von daher ist ein klassischer „Hühnchenbeitrag“ mit Sicherheit pädagogisch wertvoller, was die Vorbildfunktion angeht.

Andererseits werde ich auch mit allen möglichen schlauen und weniger schlauen Kommentaren zugetextet, und Sherlock ist kein sehr ergiebiger Diskussionspartner in bei dieser Thematik.

Was ich momentan ganz gewaltig vermisse: daß mal mehr über Psychologie und weniger über Ideologie nachgedacht wird.

Man muß nicht studiert haben, um zu wissen: wird jemandem etwas aufgezwungen, ohne das man wenigstens aus Höflichkeit gefragt hat, wird derjenige mit ziemlicher Sicherheit bockig und aus Prinzip dagegen reagieren.

Und was hatten wir hier, als Florian Rentsch eine Volksbefragung zum Thema Flüchtlingpolitik vorschlug?

Plötzlich waren sich alle einig in ihrem großkotzigen „das geht ja mal gar nicht“.

Und zwischen den Zeilen konnte man rauslesen „es könnte ja sein, daß was dabei rauskommt, was wir so nicht hören wollen“.

An diesem Punkt kommen wir zu den Hühnern.

Hier krähen Hähne zu denkbar unpassenden Zeiten und bei den Enten sind die Mädels auch recht mitteilungsfreudig.

Meine Aufgabe ist es, ein Gefühl dafür zu haben, wieviel ich der Nachbarschaft zumuten kann, bevor auf einmal jemand auf die Idee kommt, das Problem per Selbstjustiz bzw. Grill zu lösen. Es ist absolut utopisch zu glauben, ich könnte 24 Stunden am Tag dafür sorgen, daß den Schnabeltierchen nichts passiert.

Wären also unsere Nachrichten nicht wesentlich erfreulicher und das Zusammenleben friedlicher, wenn man VORHER gefragt hätte, wer sich wieviele Flüchtlinge zutraut, und was man in dem Fall macht, wenn ein Bürgermeister sagt „das wird hier nix“?

Jeder hat die Meinung, die er eben hat, und da helfen auch keine Argumente in die eine oder andere Richtung – kann jeder an sich selber testen, entweder bei links/mitte/rechts-Ansichten, Vegetarier/Fleischesser, Tempolimit contra Pistensau – die Meinung läßt sich nicht umerziehen.

Nur unsere Politiker und die „medial präsente Oberschicht“ glaubt immer noch, es gäbe richtige und „falsche“ Meinungen und obwohl wir theoretisch eine Demokratie haben, werden wir praktisch vorsichtshalber nicht gefragt, damit die „falsche“ Meinung kein Gewicht bekommt.

Und wenn jemand wie Seehofer das thematisiert, wird wieder gebrüllt. Während die Leitmedien über die Bezeichnung „Lügenpresse“ heulen, kann ich mich an keine Reportage zum Thema „Demokratie funktioniert eigentlich anders“ erinnern.

Auch noch nachdenkenswert ist ein Blick in die Geschichte, allerdings nicht in unsere „böse“, weshalb wir jetzt irgendwie alles Übel dieser Welt beheben sollen, sondern in unsere östliche Landeshälfte vor der Wende.

Wie gesagt, ich habe keine Psychologie studiert, aber Fakt ist doch: wer VOR  der Wende gegen das System war, hatte am Ende Recht. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, daß die sich von medialen Erziehungsmaßnahmen relativ unbeeindruckt zeigen.

Statt mit dem Holzhammer zu versuchen, Integration da zu erzwingen, wo die Sache von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist und auch die beste Integrationsvariante – nämlich der gemeinsame Arbeitsplatz- ausscheidet, sollte man einfach zum Wohle aller akzeptieren, daß es einfacher ist, es aufzugeben.

Aber das geht natürlich nicht, weil dann „das Böse“ gesiegt hätte. Lieber finanzieren wir auf Teufel komm raus noch Polizeieinsätze und Wachdienste.