Gestern Abend hörte ich während der laufenden Frikadellenproduktion ein ratloses Huhn.

Es klang ziemlich nah und  auch nicht irgendwie aufgeregt, sondern „sang“ leise vor sich hin und es hörte sich für mich an, als hätte es eine Frage.

Also zwischendurch rausgeflitzt, stand da ein ratloses Sachsenhühnchen im Garten.

Als sie mich sah, setzte sie sich hin, aber greifen konnte ich sie nicht, da zischte sie weg. Kaum drehte ich mich um Richtung Haus, rannte sie mir hinterher.

Anscheinend hatte sie Houdinis Exkursion in Richtung Ausweichquartier beobachtet und die Verfolgung aufgenommen. Auf halbem Weg haben dann Mut und Ortskenntnis nachgelassen.

Da ich ihr schlecht erklären konnte, daß der Stall wieder entkrabbelt ist, spielte ich „Follow me“ fürs Huhn und mit abwechselnd anfeuernden und lobenden Kommentaren konnte ich sie tatsächlich zum Gluckenstall lotsen, auch wenn Hühnlein anscheinend ein Fan von „die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade“ ist. Erst wollte sie quer durchs Regal, dann dotzte sie gegen das Schubkarrenrad (wenn ein Huhn wohin will, schaut es stur aufs Ziel und nicht auf den Boden, weshalb auch regelmäßig durch Futter- oder Wassernäpfe getrampelt wird).

Als sie glücklich im Gluckenstall angekommen war, gab es Lob von mir und Haue von Houdini (der herzallerliebste Schatz interpretierte das als „Verdammt, ich habe Einzelzimmer gebucht!“).

Ich bin am überlegen, ob ich so ein Schild mit einem großen i unter dem Apfelbaum aufstellen soll, dann können die Hühner kommen und Fragen stellen.