…bzw. mit Dampf-Ente und Heißluftpistole, weil ich bei dem knochentrockenen Gebälk für echte Flammen doch zu feige war („liebe Hühner, die gute Nachricht: die Milben sind weg. Aber dürfte ich euch für die nächsten Nächte ins Wohnzimmer bitten..?“).

Der Heißluftfön hatte ordentlich Dampf und hat bei den Balken den uralten Teeranstrich wiederbelebt, wodurch die Biester stilecht geteert und gefedert wurden. An weniger unempfindlichen Teilen kam die Dampf-Ente zum Einsatz, im Grundprinzip nicht schlecht, für einen ungiftigen Massenmord war sie aber bißchen zu schwach auf der Brust, weshalb der Postbote heute morgen einen Dampfreiniger der Einsteigerklasse ablieferte.

Leider machte mir Petrus dann einen Strich durch die Rechnung, bei Regen werde ich nicht mit Kabeltrommeln und diversen Strippen quer durch den Garten experimentieren.

Nachdem es mich nach dem ersten Gefecht trotz gründlicher Dekontamination (wir wollen ja nicht, daß die Viecher eine Zweigstelle bei den Sittichen in der Küche einrichten) noch stundenlang kribbelte und krabbelte, las ich mit steigendem Wohlwollen Worte wie „Knock-down-Effekt“ und „Kill-Effekt“ auf der Packung des im ersten Zorn mitbestellten chemischen Kampfmittels.

Da ich zahlenmäßig deutlich unterlegen bin, werde ich mich mal von der chemischen Industrie unterstützen lassen, danach kann Heißluft und Dampf die fiesen Krabbler in ihre Schranken verweisen – schließlich will man ja nicht regelmäßig einen übelst nach Paral stinkenden Hühnerstall haben.

Houdini ist übrigens ein äußerst pfiffiges Huhn: während die Sachsenhühner ihre Milben-Schutzhaft im unverseuchten Gluckenstall nicht so recht zu würdigen wußten, hat sich Houdini anscheinend an die ungestörten Nächte im „Krankenhaus“ erinnert und kam gestern abend quer durch den Garten gedackelt, um sich selber da einzuparken.

Houdini

Houdini