Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, so ein Huhn wäre ein anspruchsloses Geschöpf?

Zumindest meine haben davon offensichtlich noch nie was gehört.

Tag 1, 3 schniefende Hühner sitzen schmollend in Sing-Sing. Man beklagt sich. Das Wasser ist gruselig (ok, berechtigter Einwand, das Pulver hatte eine Farbe wie Curry, und hinterließ beim Einrühren erst einen Berg Schaum und dann einen leckeren Ölfilm) und die Frisur sitzt nicht.

Nun denn – an Tag 2 war morgens Wallung angesagt, ich rekrutierte den herzallerliebsten Schatz, um die zweite Palettenbox aus der Garage zu holen. Die an Sing-Sing drangestellt ergibt doppelte Grundfläche und damit Platz genug, um eine Schubkarrenwanne voller Erde als Staubbad reinzustellen. Fragt sich nur, ob die Damen das kapieren, die buddeln sich ihre Wellnessbereiche immer selber.

Freundlicherweise hatte das Gitter vom Kleintierauslauf exakt die passenden Maße, so daß ich mich nicht auch noch mit dem Tacker und Maschendraht amüsieren mußte.

Alles war bestens, Hühner einzeln aus dem Gluckenstall gefischt und in Sing-Sing gesetzt – Babette und Houdini ignorieren die Schubkarre hartnäckig, Betty stolpert über den schrägen Rand und rutscht slapstick-mäßig rein, hat aber nicht verstanden, was die Sache soll.

Betty

Betty

Als Motivationshilfe streue ich Pellets über die Erde.

Beim nächsten Kontrollgang hat Babette sich ihr eigenes Staubbad direkt daneben gegraben – hätte ihr das nicht früher einfallen können?

Ich bin stur und deklariere die Pellets in der Schubkarrenwanne zum Abendessen. Houdini steigt dann tatsächlich rein und pickt davon, die anderen beiden sind genauso stur und müssen folglich Diät halten – irgendwo hat das Wünsch-Dir-was auch seine Grenzen.

Sing-Sing

Sing-Sing

An Tag 3 bleibt die verschmähte Wanne draußen und sie vertikutieren eifrig vor sich hin. Bißchen undankbar finde ich, daß Babette, sobald ich in Sichtweite bin, den „Luftangriff“-Warnruf von sich gibt, während der herzallerliebste Schatz, der kein Essen serviert, offensichtlich den Status eines leckeren Wurmes hat – zumindest hat sie ihn recht wohlwollend angesehen.

Sing-Sing Doppelkabine

Sing-Sing Doppelkabine

Zwischenzeitlich war New Jersey nebenan in einem Kompostgitter einquartiert, weil sie für meinen Geschmack reichlich blaß aussah. Bis ich die Milben alle gemeuchelt habe, will ich sie bißchen betüddeln.

New Jersey

New Jersey

Auf die to-do-Liste muß eine Hühnerkrankenstation für solche Fälle, mit Schlafquartier und Auslauf direkt beieinander. Morgens und abends renitente Hühner zu sortieren kostet ordentlich Zeit.