Zehn Uhr in Deutschland – in einem kleinen Dorf ohne Industrie, Bahngleise oder größeren Straßen, die Lärm machen könnten.

Der Sohnemann von Gegenüber hat eine Vorliebe für offene Fenster und eine leistungsfähige Stereoanlage. Da sich unser Musikgeschmack einigermaßen deckt, konnte ich gestern nachmittag mir der Dauerbeschallung noch ganz gut leben – wer braucht schon Vogelgezwitscher?- aber der herzallerliebste Schatz war nachts um halb 3 heimgekommen und eigentlich wollte ich ihn noch schlafen lassen.

Das dürfte sich jetzt erledigt haben.

Das Rindvieh am Ende der Straße würde anscheinend lieber was anderes hören und übertönt mit unwilligem Gebrüll die Musik.

Um die Sache abzurunden, fährt eine Seniorentruppe gemeinsam irgendwo hin, soweit sehr löblich, aber der Mercedes arbeitet sich hupend von Haus zu Haus, weil man ja weder auf die Uhr noch aus dem Fenster schauen kann, wenn man auf ein Auto wartet.

Der Hahn möchte, daß ich für ihn einen Termin beim Psychologen mache – er fühlt sich als Dorfweckdienst überflüssig.