Hatte ich schon erwähnt, das Sherlock ein reichlich verwöhnter kleiner Sack ist? Der herzallerliebste Schatz hatte den Vögelchen eine Knusperstange genehmigt, und Sherlock befand mit grimmigem „drrrrrrt!“, daß das SEINE Knusperstange ist. Egal, was für Highlights wir liefern, jedes Mal ist der kleine Giftzwerg so damit beschäftigt, „sein“ Geschenk zu verteidigen, daß er selber nicht zum Fressen kommt. Und Lilly erst recht nicht.

In weiser Voraussicht wurde die Stange reingehängt und die Käfigtür offen gelassen, damit Lilly genug Platz zum Ausweichen hat. Den hat sie auch reichlich genutzt, und irgendwann war ihr die Flüchterei wohl zu blöd geworden. Lillymaus saß auf einer Sitzgelegenheit außen am Käfig, Sherlock direkt gegenüber innen, mit gesträubtem Kamm, zu allem bereit, um seine Knusperstange zu verteidigen.

Er droht mit offenem Schnabel, und Lilly..? Hat die Sache mit dem Draht dazwischen sofort gepeilt, wird auf einmal SEHR groß und giftet zurück! Sie hat sogar mit ihrem MInischnabel nach seiner Schnabelspitze geangelt.

Die nächste Stunde wurde sie wegen „das geht ja so gaaaaar nicht!!!“ durch die Küche gescheucht, und auch als beide wieder drinnen saßen, giftete der Herr bei der kleinsten Bewegung von ihr los.

Die Knusperstange des Anstoßes war selbstverständlich noch unangetastet, er mußte ja Lilly bewachen.

Mir wurde das dann zu blöd, sie muß ja auch mal in Ruhe vor sich hin mausern können, also gab es noch einen Abendausflug, bei dem sie sich erst gar nicht aus der Voliere traute. Irgendwann scheuchte er sie raus und parkte zufrieden an der Futterschüssel.

Genauso zufrieden schloß ich die Tür hinter dem grünen Giftzwerg, der dann ganz schnell mit „aber – aber -aber?!“ am Gitter klebte. Lilly kapierte schnell und machte erstmal Sightseeing in der Küche (gemütlicher Weiberausflug), danach lotste ich sie langsam und gemütlich in ihren alten Käfig, für ungestörte Nachtruhe.

Sie scheint das ganz nett zu finden, Sherlock klebt am Gitter und führt Inventurlisten über alles, was sie da spannendes aufpickt.

Mal sehen, wie er sie morgen behandelt.