Vor einiger Zeit hatte ich die kleine UV-Lampe der Vögelchen zerdeppert und weil ich die Sache jetzt etwas professioneller lösen wollte, war gestern Heimwerken angesagt. Phase 1: Grundbeleuchtung vom Käfig. Da die „offiziellen“ Neonröhren für Vogelkäfige („Bird Lamp“) nicht bis zum Boden reichen würden, will ich zwei Lampen nutzen. Lampe 1 macht hell, Lampe 2 liefert UV-Licht. So ist das auch angenehmer für die Stromrechnung, die UV-Dinger haben einen gesunden Appetit.

Um das liebe Leuchtmittel direkt über den Käfig zu bekommen, hieß es: Dach tauschen im laufenden Betrieb. So ein Vogel ist es ja nicht gewohnt, daß Mensch plötzlich auf Stühlen rumturnt und am Käfigdach Krawall macht, da hielten wir es für besser, die Knilche in der Küche rumschwirren zu lassen, während wir basteln.

Soweit die Theorie.

Highlight Nr. 1 war, daß unser Akkuschrauber seit dem Käfigbau deutlich gewachsen ist. Der handliche (und nach der ersten Winterpause leider unkooperative) Bosch-Akkuschrauber war zwischenzeitlich durch einen dicken Brummer ersetzt worden, der mit Hühnerstallbalken spielend fertig wird – und der leider zu fett war, um sich zwischen Küchendecke und Käfigdach zu quetschen.

Also durfte nach alter Väter Sitte geschraubt werden. Und – oh Wunder der Physik- wenn man nach einer Hitzewelle auf einen Stuhl steigt und direkt unter der Decke arbeitet, die an ein aufgeheiztes Dachgeschoß grenzt, dann wird es warm. Ziemlich warm.

Und dank freiflatternden Vögelchen mußten alle Lüftungsmöglichkeiten zu bleiben.

Wir schmorten also im eigenen Saft, und die Vögel waren hin- und hergerissen zwischen Schrecken und Neugier. Kaum hatte man irgendwas abgschraubt, war Bauabnahme. Entgegen meiner Vermutung ist Sherlock nicht durch das plötzlich verschwundene Käfigdach geplumpst, sondern rettete seine Ehre mit einer Kolibri-mäßigen Flatterei. Lilly entpuppte sich als eine entzückende kleine Schmeißfliege, die fast ständig im Weg saß.

Das schöne, neue Dach aus hellem Holz bekam von Sherlock schon einen Klecks verpaßt, bevor es überhaupt festgeschraubt war.

Irgendwann war dann neues Dach AUF dem Käfig und Vögel samt Lampe IM Käfig und die Birne konnte feierlich getestet werden. Ich hatte eine Vollspektrumlampe gesucht, und weil diese Lampen bei den Amazon-Bewertungen von Fotografen regelmäßig als Mogelpackungen entlarvt wurden, hatte ich am Ende eine Fotolampe bestellt, mit 23 Watt. Stecker rein – hui, viel Licht!

Wesentlich besser als die funzelige Warmweiß-ESL in der Küche. Zum Lesen werde ich mich in Zukunft in den Käfig setzen…

Lilly reagierte ziemlich damenhaft und fing erstmal an, die Frisur zu richten – man will ja ordentlich aussehen im Scheinwerferlicht. Sherlock intressierte sich mehr für die Konstruktion an sich.

Inzwischen sind sie ganz begeistert von ihrer Lampe und haben 2 Ausflugsrunden überwiegend im Käfig verbracht – man muß ja aufpassen, daß das Teil nicht wieder verschwindet.

Die UV-Lampe ist dann im August an der Reihe, da muß der Elektriker ran. Aber das wird dann richtig nett, da können sie sich im Winter auch den Popo drunter wärmen.